Spezial-Qualitätskriterien (SQK)

Grundlage der Qualitätssicherung ist die überprüfbare Einhaltung konkreter Qualitätskriterien. Ihre Einhaltung wird durch jährlich stattfindende Interne Audits überprüft. Dabei steht zunächst die Umsetzung der Qualitätskriterien in die Praxis im Vordergrund. Im Hintergrund geht es aber darum, auf der Grundlage der Auditergebnisse die Qualität der Arbeit in den beteiligten Kinderkrankenpflegediensten fortlaufend weiter zu steigern.

  • 01. Pflegeüberleitung/Entlassungsmanagement

    Den Kinderkrankenpflegediensten ist eine fachlich gesicherte Pflege in der Häuslichkeit und die Stabilisierung der familiären Struktur mit bzw. durch die Einbeziehung der Eltern sowie der gesamten Familie sehr wichtig. Nach Ankündigung der Überleitung und einem ersten Kontakt werden die gesammelten Informationen aus allen Versorgungsbereichen vertieft, weitergeführt und angewendet, u.a. um den (Hilfsmittel-)Bedarf für die häusliche Situation festzustellen. Im weiteren Verlauf werden die psychosozialen, pflegerischen und baulichen Möglichkeiten und Ressourcen für den Patienten und seine Angehörigen im häuslichen Umfeld herausgearbeitet und gemeinsam werden realistische Perspektiven („Erreichbare Ziele“) erarbeitet.

  • 02. Anleitung und Beratung des Patienten und seiner Eltern sowie der Bezugspersonen im Rahmen der Häuslichen (Kinder)krankenpflege nach SGB V

    Die Ausbildung zur examinierten Kinderkrankenpflegefachkraft zeichnet sich aus durch ein umfassendes Wissen über spezifische Krankheitsbilder, die nur im Kindesalter vorkommen und die spezielle pflegerische Maßnahmen erfordern. Die Pflegeteams der Kinderkrankenpflegedienste unterstützen das Kind, die Familie und deren Bezugspersonen im Erkennen des Gesundheits- und Krankheitsverständnisses. Dem Kind, den Eltern und den Bezugspersonen werden die pflegerischen (und medizinischen) Eingriffe erklärt; dabei werden stets der Entwicklungsstand des Kindes sowie die kindlichen und familiären Ängste berücksichtigt. Durch gezielte Anleitung und Beratung wird die Pflegekompetenz des Patienten und seiner Eltern sowie der Bezugspersonen herausgearbeitet und gesichert. Die Selbständigkeit wird gefördert und die häusliche Versorgung bzw. die Versorgung in einer Einrichtung optimiert. Ziel ist stets, die Lebensqualität des Patienten und seiner Familie sowie seiner Bezugspersonen zu verbessern und einen Krankenhausaufenthalt zu verkürzen bzw. zu verhindern.

  • 03. Interne Fallbesprechung im Pflegeteam

    Die Besprechung der Einzelfälle im zuständigen Pflegeteam gehört als Standard zur internen Qualitätssicherung. Der regelmäßige Informationsaustausch stärkt die Zusammenarbeit im Team, stellt eine laufende Verbesserung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sicher und garantiert die fortlaufende Weiterentwicklung des Versorgungssettings, unter Berücksichtigung der neusten pflegefachlichen Erkenntnisse und aktuellen Entwicklungen. Die tagtäglichen Pflegeabläufe werden vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, der konkreten Bedürfnisse der Familie und ihren Erfahrungen reflektiert. Darüber hinaus werden bei Bedarf die für Familie relevanten Kooperationspartner und andere MA des Pflegedienstes mit einbezogen.

  • 04. Anleitung, Beratung und Schulung nach § 45 SGB XI

    Anleitungen, Beratungen und Schulungen nach § 45 SGB XI werden in den Kinderkrankenpflegediensten der QG grundsätzlich nur von dazu eigens qualifizierten Pflegeberaterinnen ausgeführt. Die Pflegeberaterinnen bieten bedarfsorientierte individuelle Schulungen im Haushalt und Pflegekurse für Pflegende im Pflegedienst an, für die jeweils auch eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt wird. Ziel ist es, die pflegebedingten körperlichen und seelischen Belastungen der Angehörigen bzw. der ehrenamtlich Pflegenden zu mindern und die Pflege und Betreuung zu erleichtern bzw. zu verbessern.

  • 05. Supervision und Fortbildung in psychosozialen Fragen

    Durch regelmäßige kollegiale Beratung, Supervision und Fortbildung in psychosozialen Fragen wird die Einsatzfähigkeit und Pflegequalität der MA in den Kinderkrankenpflegediensten laufend optimiert. Der Austausch der MA untereinander stabilisiert das Team der MA und sichert gleichzeitig die Qualität der Arbeit. Das Qualitätsniveau der Pflege sowie der Anleitung, Einarbeitung und Beratung der Eltern ist definiert und gesichert und wird ständig weiterentwickelt.

  • 06. Familienorientierte Pflege und Betreuung

    Für die MA der Kinderkrankenpflegedienste ist die Definition der WHO bindend. Danach ist Gesundheit der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht lediglich das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Darauf basierend steht bei der familienorientierten Pflege die Pflege und Betreuung der Patienten in ihrem familiären Umfeld im Mittelpunkt und nicht nur ihre Krankheit. Eine psychosoziale Betreuung erfolgt im Zusammenhang mit der Pflege am Patienten und nicht als psychotherapeutische Behandlung. Der familienorientierten Pflege liegt zudem das humanistische Menschenbild zugrunde, nach dem die MA neben der im engeren Sinne medizinischen Pflege stets Vertrauen und Nähe zum Patienten sowie zu seinen Angehörigen schaffen bzw. zu schaffen bemüht sind. Dies versetzt sie in die Lage, wahrgenommene Ängste, Sorgen und Nöte anzusprechen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Die Werte, Gewohnheiten, religiösen Riten und Traditionen der Familie und das bestehende Familiensystem werden hierbei respektiert und akzeptiert. Zudem kennen und respektieren die MA die Wünsche der Familie und wahren ein professionelles Gleichgewicht von Nähe und Distanz.

  • 07. Versorgung und Pflege intensivpflichtiger Kinder

    Durch qualifizierte MA (fachliche Ausbildung; Beschäftigung von in der Intensivpflege erfahrenen und / oder professionell angeleiteten MA; regelmäßige Fortbildungen) ist die pflegerische und medizinisch-pflegerische Versorgung intensivpflichtiger Kinder im häuslichen Umfeld – auch in Notfällen – im Tag- und Nachtdienst stets sichergestellt. Die Kinderkrankenpflegedienste ermöglichen damit den Patienten einen an die speziellen Lebensbedingungen angepassten Alltag. Zudem wird die Vernetzung mit allen an der Versorgung beteiligten Institutionen gewährleistet.

  • 08. Pflegerelevante Kooperationen

    Die Kinderkrankenpflegedienste realisieren eine gute Vernetzung mit ihren Kooperationspartnern. Persönliche Kontakte sind hierfür eine Grundlage. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wird das gemeinsame Ziel gefördert, Familien mit einem pflegebedürftigen Kind optimal zu unterstützen, um damit einen Krankenhausaufenthalt zu verkürzen bzw. zu verhindern, die Pflege in der Häuslichkeit zu sichern und das individuelle Familiensystem zu stabilisieren und zu entlasten. Die Lebensqualität des Kindes und seiner Familie wird somit gesichert bzw. verbessert. Für die Zusammenarbeit mit den (Kooperations-) Partnern gelten die Regelungen des Datenschutzes uneingeschränkt.

  • 09. Sterbebegleitung

    Die Kinderkrankenpflegedienste sichern ihren Patienten und deren Angehörigen in der Sterbephase – je nach Bedarf – durch Anleitung, Beratung und Unterstützung der MA professionellen Beistand und eine entlastende Versorgung. Dabei wird angestrebt, den Patienten auch in der Sterbephase die bestmögliche Lebensqualität unter Berücksichtigung des Patienten-, Eltern- und Angehörigenwunsches zu ermöglichen. Dies kann sowohl die Verkürzung oder Vermeidung eines Krankenhausaufenthaltes als auch eine stationäre Aufnahme in der Akutphase bedeuten. Eine enge Zusammenarbeit gerade in der Sterbephase ist stets gewährleistet. Auf Wunsch der Eltern und Angehörigen übernehmen die Kinderkrankenpflegedienste auch die mit dem Versterben des Patienten einhergehenden Tätigkeiten.

  • 10. Spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV)

    “Kinder sind keine kleinen Erwachsene“. Diese Aussage hat weit reichende Folgen im Hinblick auf das Familiensystem und hinsichtlich der pflegefachlichen und entwicklungspsychologischen Anforderungen an die Pflege schwerstkranker Kinder. Spezielle fachliche Anforderungen wie z.B. Durchführung von Atemtherapie, Versorgung mit einem zentralen Venenkatheter, parenterale Ernährung, Versorgung intensivpflichtiger Kinder mit Heimbeatmung und vieles mehr lassen sich bei schwerstkranken Kindern nur von hoch spezialisierten und erfahrenen Kinderkrankenpflegediensten erfüllen. Zudem sind bei Säuglingen und Kleinkindern besondere psychosoziale und handwerklich-pflegerische Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie notwendig, die von Krankenpflegekräften außerhalb spezialisierter Kinderkrankenpflegedienste nicht ohne weiteres erwartet werden können. Um diesen hohen Anspruch zu realisieren, bieten die Kinderkrankenpflegedienste der QG häusliche Pflege von schwerstpflegebedürftigen Kindern in hochflexiblen und angemessenen Zeitpaketen und ohne Zergliederung in Module an. Die Kinderkrankenpflegedienste verfügen über eigene, auf die Pflege unserer besonderen Zielgruppe abgestimmte Pflegestandards und das Personal wird vor dem Hintergrund der besonderen Anforderungen ausgewählt, regelmäßig geschult, angeleitet und fortgebildet.